Dass er mit den Mitgliedern der Normalbevölkerung arge Probleme hat, wussten wir schon immer. Heute schreibt er allerdings
in der WELT darüber, wie er sich mit Cem Özdemir in Berlin-Kreuzberg trifft und höllische, schier traumatische zehn Minuten in einem Kreuzberger Cafe warten musste.
Nachdem Stuckrad-Barre sich die gefühlten ersten 50 Zeilen über Özdemirs Dialekt lustig macht ("Audostadt") und sie anschließend ein Treffen vereinbaren, beginnt der Altraum eines jeden verbohrten Springer-Journalisten:
"Und da warte ich jetzt seit zehn Minuten, wo bleibt Cem Özdemir? Das von ihm als nächtlicher Treffpunkt vorgeschlagene Café ist drinnen wie draußen voll besetzt, lustige, typisch Kreuzberger Uniformität des Andersaussehens, jeansig, ledrig, löchrig, fleckig, gebatikt; es werden Zigaretten gedreht, Tapas gedippt und Rastazöpfe um tapasschmierige Finger gewickelt."Als ob es nicht schon schlimm genug gewesen wäre, inmitten solchen Untermenschen warten zu müssen, reißen die dreckigen Rotzpunker auch noch die tapasverklebte Fresse auf:
"Mit Anzug und Krawatte dort wartend zu stehen, das ist eine gute Übung fürs Selbstbewusstsein. „Wie läufst du denn rum?“, wird man angerotzt, das ist dann die Pointe der „Gegenkultur“, der Supertoleranz. Wäre ich ein Porsche, ich würde vermutlich schon brennen."So ist der Benjamin nun mal, ein Sprachrohr für... für wen eigentlich? Für frühsenile Mitglieder der Jungen Union? Für hochverklemmte BWL-Studenten? Oder doch einfach nur für sich selbst?
Jedenfalls, um auf seine Ausführungen zurückzukommen: es ist, anders als er behauptet, sehr wohl möglich in einer schmierigen Rattengegend wie Kreuzberg etwas zu tragen, was nicht "gebatikt" ist, ja vielleicht sogar einen Anzug. Warum du trotzdem "angerotzt" wirst, lieber Benjamin, das möchten wir dir hier lieber nicht ins Gesicht sagen.
Aber es liegt nicht am Anzug.